Das russische Wirtschaftsnachrichtenportal RBC/RBK (RosBusinessConsulting/РосБизнесКонзалтинг) meldet mit Bezug auf das russische Ministerium für Wirtschaftsentwicklung (ja, sie haben dort für alles ein Ministerium) die neuesten Wirtschaftszahlen.
Im März 2015 ist das BIP (Bruttoinlandsprodukt) im Vergleich zum März 2014 um 3,4% gefallen. Der gleiche Wert für Februar betrug -1,2%. Vergleicht man das 1. Quartal 2015 mit dem gleichen Quartal des Vorjahres, beträgt der Rückgang 2,2%. Vom Ministerium wird diese Entwicklung vor allem mit dem Rückgang in den Bereichen Bau (-6,7%), verarbeitende Industrie (z. B. Textilindustrie -19,4%, Lederverarbeitung -15,7%, Transportmittel und Gerätetechnik -13,5%) und Einzelhandel begründet.
RBC 29.04.2015
Donnerstag, 30. April 2015
Samstag, 25. April 2015
Putins Rußland: Personenkult 5 - Lied "Когда мы вместе"
Ein neues Lied, das Putin verherrlicht, wurde auf Rußland losgelassen. Nach Aussage der beteiligten Propagandisten werde es schnell den Status einer zweiten Nationalhymne erreichen. Sein Titel lautet "Wenn wir zusammen sind". Im Text heißt es:
In diesem historischen Augenblick der Sorgen, Hoffnungen und Bewährungen
Nehmen Sie entgegen, Freund, unser Präsident, des Landes herzliches Bekenntnis
Sie leben von Jahr zu Jahr unter dem Zeichen von Gleichheit und Brüderlichkeit
Und das Volk vertraut ihnen an, die Grundlagen des Staates zu bewahren
Refrain:
Gebe Gott, daß Ihr Licht nicht verlösche
Gebe Gott Ihnen gesegnete Kraft
Rußland betet für Sie
Und Sie beten für Rußland
Anstelle schlimmer Zeiten wurden Ehre und Wagemut zum Alltag
Und die Heimat stand von den Knien auf und erreichte den Himmel und Flügel
Ihr Dienst ist Zeichen Gottes! Sie sind in der Welt als gute Nachricht erschienen
Jeder beliebige Feind wird niedergeschlagen - immer, wenn wir mit Ihnen zusammen sind
Refrain
Reifen und stark werden und wachsen, dem heimatlichen Land helfen - das können wir
Und alle Schicksalsschläge auf dem Weg besiegen und überwinden wir
Wir werden mit Ihnen zusammensein und uns vorwärts bewegen
Unsere Hoffnung und Festung, großer Sohn seines Vaterlandes
Refrain
Das zugehörige Video ist genauso aussagekräftig wie der Liedtext.
Interpretation: Maria Rasputina (Мария Распутина)
Text: Ilja Resnik (Илья Резник)
Musik: Kai Metow (Кай Метов)
Siehe auch
In diesem historischen Augenblick der Sorgen, Hoffnungen und Bewährungen
Nehmen Sie entgegen, Freund, unser Präsident, des Landes herzliches Bekenntnis
Sie leben von Jahr zu Jahr unter dem Zeichen von Gleichheit und Brüderlichkeit
Und das Volk vertraut ihnen an, die Grundlagen des Staates zu bewahren
Refrain:
Gebe Gott, daß Ihr Licht nicht verlösche
Gebe Gott Ihnen gesegnete Kraft
Rußland betet für Sie
Und Sie beten für Rußland
Anstelle schlimmer Zeiten wurden Ehre und Wagemut zum Alltag
Und die Heimat stand von den Knien auf und erreichte den Himmel und Flügel
Ihr Dienst ist Zeichen Gottes! Sie sind in der Welt als gute Nachricht erschienen
Jeder beliebige Feind wird niedergeschlagen - immer, wenn wir mit Ihnen zusammen sind
Refrain
Reifen und stark werden und wachsen, dem heimatlichen Land helfen - das können wir
Und alle Schicksalsschläge auf dem Weg besiegen und überwinden wir
Wir werden mit Ihnen zusammensein und uns vorwärts bewegen
Unsere Hoffnung und Festung, großer Sohn seines Vaterlandes
Refrain
Das zugehörige Video ist genauso aussagekräftig wie der Liedtext.
Interpretation: Maria Rasputina (Мария Распутина)
Text: Ilja Resnik (Илья Резник)
Musik: Kai Metow (Кай Метов)
Siehe auch
Donnerstag, 23. April 2015
Putins Rußland: Schuldenproblem
Angesichts des Umstands, daß der Rubel seine Talfahrt unterbrochen hat, verbreiten die Putin-Propagandisten bereits die Behauptung, die russische Wirtschaft erhole sich bereits und der nächste Aufschwung stehe kurz bevor. Deutsche Medien, deren einzige Informationsquelle die putinschen Nachrichtenagenturen zu sein scheinen, übernehmen diese Behauptung bereitwillig und verbreiten sie weiter.
Die Realität sieht ganz anders aus. Das russische Vereinigte Kreditbüro, ein russisches Äquivalent zur deutschen Schufa, berichtet, daß Privatkonkurse in Rußland zum Massenphänomen werden. Das hat entsprechend negative Auswirkungen auf die russischen Finanzinstitute, die an die betroffenen Privatpersonen Kredite ausgegeben haben. Der Wert der notleidenden Privatkredite bei russischen Banken hat im März 2015 die Höhe von knapp einer Trillion Rubel (ungefähr 20 Billiarden Euro) erreicht - ein Anstieg um 150%. Zahlungsrückstände gibt es bei jedem 5. Kredit, jeder 10. Kredit wird als aussichtslos eingestuft. Als Gründe für die Zahlungseinstellung werden für gewöhnlich "deutliche Verschlechterung der materiellen Lage" und "Verlust der Arbeit" angegeben.
39,4 Millionen Russen - mehr als die Hälfte der wirtschaftlich aktiven Bevölkerung - hat zur Zeit Kredite aufgenommen. Der Gesamtumfang beträgt 10,6 Trillionen Rubel. 25% der Schuldner zahlen gleichzeitig für zwei, 17% für drei oder mehr Kredite.
Notleidende Kredite gibt es in allen Bereichen: beim normalen Bankkredit, bei Kreditkarten, beim Autokredit. Im Hypothekenbereich stiegt die Zahl der notleidenden Kredite von 54.000 vor einem Jahr auf 83.300 jetzt. Die Zahlen übersteigen deutlich die der Krise von 2008/2009.
Um sich der Belastungen zu entledigen, verkaufen die Banken die schlechten Kredite. Im Gesamtjahr 2014 betrug die Verkaufssumme solcher Kredite insgesamt 292 Milliarden Rubel. Im ersten Quartal 2015 wurde bereits eine Summe von 185 Milliarden Rubel erreicht. Sollte dieses Niveau unverändert bleiben, würde das einer Jahressumme von 740 Rubel entsprechen.
Beitrag auf kasparov.ru vom 21.04.2015, basierend auf diesem Bericht des Vereinigten Kreditbüros vom 21.04.2015
Die Realität sieht ganz anders aus. Das russische Vereinigte Kreditbüro, ein russisches Äquivalent zur deutschen Schufa, berichtet, daß Privatkonkurse in Rußland zum Massenphänomen werden. Das hat entsprechend negative Auswirkungen auf die russischen Finanzinstitute, die an die betroffenen Privatpersonen Kredite ausgegeben haben. Der Wert der notleidenden Privatkredite bei russischen Banken hat im März 2015 die Höhe von knapp einer Trillion Rubel (ungefähr 20 Billiarden Euro) erreicht - ein Anstieg um 150%. Zahlungsrückstände gibt es bei jedem 5. Kredit, jeder 10. Kredit wird als aussichtslos eingestuft. Als Gründe für die Zahlungseinstellung werden für gewöhnlich "deutliche Verschlechterung der materiellen Lage" und "Verlust der Arbeit" angegeben.
39,4 Millionen Russen - mehr als die Hälfte der wirtschaftlich aktiven Bevölkerung - hat zur Zeit Kredite aufgenommen. Der Gesamtumfang beträgt 10,6 Trillionen Rubel. 25% der Schuldner zahlen gleichzeitig für zwei, 17% für drei oder mehr Kredite.
Notleidende Kredite gibt es in allen Bereichen: beim normalen Bankkredit, bei Kreditkarten, beim Autokredit. Im Hypothekenbereich stiegt die Zahl der notleidenden Kredite von 54.000 vor einem Jahr auf 83.300 jetzt. Die Zahlen übersteigen deutlich die der Krise von 2008/2009.
Um sich der Belastungen zu entledigen, verkaufen die Banken die schlechten Kredite. Im Gesamtjahr 2014 betrug die Verkaufssumme solcher Kredite insgesamt 292 Milliarden Rubel. Im ersten Quartal 2015 wurde bereits eine Summe von 185 Milliarden Rubel erreicht. Sollte dieses Niveau unverändert bleiben, würde das einer Jahressumme von 740 Rubel entsprechen.
Beitrag auf kasparov.ru vom 21.04.2015, basierend auf diesem Bericht des Vereinigten Kreditbüros vom 21.04.2015
Putins Rußland: Kadyrow
Der Zerfall Rußlands hat mit Tschetschenien begonnen, das inzwischen de facto seine Unabhängigkeit erreicht hat, wo die russische Verfassung noch weniger gilt als im Rest der Russischen Föderation und wo die russischen Sicherheitskräfte kaum noch die Möglichkeit haben, tätig zu werden.
Nun hat der Chef von Tschetschenien, der mehrfache Mörder Ramsan Kadyrow, den russischen Sicherheitskräften verboten, ohne seine Zustimmung in der Kaukasusrepublik Spezialoperationen durchzuführen. Andernfalls erlaube er seinen eigenen Sicherheitskräften, das Feuer auf die russischen Beamten zu eröffnen. Hervorgerufen wurde die über das tschetschenische Fernsehen verbreitete Erklärung durch eine Aktion von Polizeikräften aus dem benachbarten Stawropol und einer Spezialpolizeigruppe in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny, in deren Verlauf der rußlandweit gesuchte Dshambulat Dadajew versuchte, ein Polizeiauto zu rammen, und anschließend erschossen wurde.
Nachricht auf Echo Moskwy vom 23.04.2015
Nun hat der Chef von Tschetschenien, der mehrfache Mörder Ramsan Kadyrow, den russischen Sicherheitskräften verboten, ohne seine Zustimmung in der Kaukasusrepublik Spezialoperationen durchzuführen. Andernfalls erlaube er seinen eigenen Sicherheitskräften, das Feuer auf die russischen Beamten zu eröffnen. Hervorgerufen wurde die über das tschetschenische Fernsehen verbreitete Erklärung durch eine Aktion von Polizeikräften aus dem benachbarten Stawropol und einer Spezialpolizeigruppe in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny, in deren Verlauf der rußlandweit gesuchte Dshambulat Dadajew versuchte, ein Polizeiauto zu rammen, und anschließend erschossen wurde.
Nachricht auf Echo Moskwy vom 23.04.2015
Rußlands Krieg gegen die Ukraine: Stefan Zweig
"Denn der [Aggressor] in seiner skrupellosen Täuschertechnik hütete sich, die ganze Radikalität seiner Ziele zu zeigen, ehe man die Welt abgehärtet hatte. So übten sie vorsichtig ihre Methode: immer nur eine Dosis, und nach der Dosis eine kleine Pause. Immer nur eine eine einzelne Pille, und dann einen Augenblick des Abwartens, ob sie nicht zu stark gewesen, ob das Weltgewissen diese Dosis noch vertrage. Und da das europäische Gewissen - zum Schaden und zur Schmach unserer Zivilisation - eifrigst seine Unbeteiligtheit betonte, weil diese Gewalttaten doch 'jenseits der Grenze' vor sich gingen, wurden die Dosen immer kräftiger, bis schließlich ganz Europa daran zugrunde ging. Nichts Genialeres hat [er] geleistet als diese Taktik des langsamen Vorfühlens und immer stärkeren Steigerns gegen ein moralisch und bald auch militärisch schwächer werdendes Europa."
Stefan Zweig: Die Welt von gestern; Berlin [Ost]/Weimar: Aufbau 1990, S. 345f.
Stefan Zweig: Die Welt von gestern; Berlin [Ost]/Weimar: Aufbau 1990, S. 345f.
Mittwoch, 22. April 2015
Deutsche Deppen: Der Spiegel
Am Mittwoch, dem 22. April 2015, bringt Spiegel Online ein weiteres Beispiel dafür, wie tief die deutsche Gesellschaft - Politik, Medien, Wirtschaft - bereits von Putin-Propaganda infiltriert ist. Das Journal schreibt: "Steigende Lebensmittelpreise. [...] Russlands Wirtschaft leidet unter dem Embargo des Westens. Um Importausfälle auszugleichen, will Kreml-Chef Putin nun den Landwirtschaftssektor stärken - und tauscht den Agrarminister aus. Die Sanktionen bereiten Russland massive Versorgungsprobleme, die Lebensmittelpreise steigen. [...] Putin warf dem bisherigen Minister Fjodorow indirekt vor, das Embargo des Westens nicht zum Vorteil der russischen Agrarbranche genutzt zu haben. [...] Der Boykott führte zu massiven Preisanstiegen und schleppendem Nachschub."
Ganz im Stil übelster Putin-Propaganda wird hier suggeriert, daß Lebensmittelimportausfälle, steigenden Lebensmittelpreis und Lebensmittelversorgungsprobleme irgend etwas mit den westlichen Sanktionen gegen Rußland anläßlich von dessen Krieg gegen die Ukraine zu tun hätten. Tatsächlich berühren diese Sanktion die Lebensmittelbranche überhaupt nicht. Sanktionen im Lebensmittelbereich hat das Putin-Regime selbst gegen die eigene Bevölkerung verhängt und kann sie genauso einfach wieder aufheben. Der Westen hat nichts damit zu tun. In den vom Kreml kontrollierten Medien wird aber stets behauptet, daß die Inflation und Versorgungsprobleme im Lebensmittelbereich eine Folge ausländischer Sanktionen seien. Der Spiegel gehört ganz offensichtlich auch zu diesen Medien.
Der komplette Spiegel-Text findet sich hier.
Ganz im Stil übelster Putin-Propaganda wird hier suggeriert, daß Lebensmittelimportausfälle, steigenden Lebensmittelpreis und Lebensmittelversorgungsprobleme irgend etwas mit den westlichen Sanktionen gegen Rußland anläßlich von dessen Krieg gegen die Ukraine zu tun hätten. Tatsächlich berühren diese Sanktion die Lebensmittelbranche überhaupt nicht. Sanktionen im Lebensmittelbereich hat das Putin-Regime selbst gegen die eigene Bevölkerung verhängt und kann sie genauso einfach wieder aufheben. Der Westen hat nichts damit zu tun. In den vom Kreml kontrollierten Medien wird aber stets behauptet, daß die Inflation und Versorgungsprobleme im Lebensmittelbereich eine Folge ausländischer Sanktionen seien. Der Spiegel gehört ganz offensichtlich auch zu diesen Medien.
Der komplette Spiegel-Text findet sich hier.
Mittwoch, 15. April 2015
Rußlands Krieg gegen die Ukraine: Boeing-Splitter
Echo Moskwy meldet: Im Museum der russischen Stadt Jejsk (Ейск) werden Bruchstücke der bei Donetzk abgeschossenen Boeing ausgestellt. Der Vorsitzende der Ortsgruppe der "Kampfbrüderschaft", Finat Schajchulin (Финат Шайхулин), erklärte, daß das Museum den örtlichen Kämpfern des Afghanistan-, Tschetschenien- und Ukraine-Krieges gewidmet sein solle. Die Bruchstücke der Boeing wurden ihnen, so seine Aussage, von Bewohnern der Oblastj Donetzk als Dank für "humanitäre Hilfe" übergeben. Schajchulin betonte, daß sie die Bruchstücke als Zeichen dessen entgegengenommen haben, daß die "Widerstandskämpfer" nicht schuld am Untergang des malaysischen Liners sind. - Es war von Anfang klar, daß die Terroristen und ihre russischen Spezialisten über Wochen niemanden an das Boeing-Wrack ließen, weil sie versuchten, alle Spuren ihrer Täterschaft zu beseitigen. Die aussagekräftigsten Teile des Flugzeugs befinden sich heute nicht in den Niederlanden, sondern in Rußland.
Zusatzinformation: Die Stadt Jejsk befindet sich am Ostufer des Asowschen Meeres, gegenüber der okkupierten ukrainischen Krim.
Nachricht am Echo Moskwy 15.04.2015
Siehe auch: Interview mit Finat Schajchulin auf Echo Moskwy, 15.04.2015
Zusatzinformation: Die Stadt Jejsk befindet sich am Ostufer des Asowschen Meeres, gegenüber der okkupierten ukrainischen Krim.
Nachricht am Echo Moskwy 15.04.2015
Siehe auch: Interview mit Finat Schajchulin auf Echo Moskwy, 15.04.2015
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